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Bennos Schlussstatement zur O-SEE Challenge 2026
20-Sep-2026 | Challenge

Bennos Schlussstatement zur O-SEE Challenge 2026

Kann man den Spirit eines Events einfach so weiterreichen? Diese Frage habe ich mir vor der diesjährigen O‑SEE Challenge oft gestellt, nachdem ich die Geschicke der O‑SEE nach 25 Jahren an die nächste Generation übergeben hatte. 25 Jahre, in denen aus einer klitzekleinen Juxveranstaltung etwas wirklich Großes entstanden ist. Ich meine damit nicht nur den ganzen baulichen Aufwand – ich meine insbesondere den immateriellen Wert. Die O‑SEE hat eine Seele, sie inspiriert uns alle, motiviert und verbindet uns. Zittauer, Olbersdorfer, Ossis, Wessis, Freigeister und konservativ Denkende, Akademiker und Handwerker, Partylöwen und Eliteathleten. Die O‑SEE als beredtes Beispiel für Toleranz und Weltoffenheit, Fahnenschwenken – ganz ohne Hintergedanken.

Das hat sich entwickelt – ich war bestenfalls Visionär, treibende Kraft, Hüter des Spirits und der, der den Laden zusammengehalten hat. Aber dass sich dieser Geist so, und genau so entwickelt hat – das lag an der Chemie zwischen den Akteuren und den sich daraus generierten Good Vibrations. Als Oldie hat man sofort den legendären Beach‑Boys‑Song im Ohr, in dem sie schon 1975 den inspirierenden kalifornischen Lebensstil und eben diese Good Vibrations besangen.

Apropos Kalifornien und Flower Power: Die XTERRA‑Marketingstrategen schrieben in der Ankündigung der XTERRA O‑SEE Challenge 2026 in einer ihrer News über die O‑SEE – sie wäre das Woodstock der XTERRA‑Events. Welch Ehre, aber durchaus berechtigt. Ich glaube, die Manager bei XTERRA hätten den O‑SEE Spirit für ihre Events weltweit auch gern kopiert – aber die O‑SEE bzw. den Geist kann man nicht einfach so kopieren oder weiterreichen. Nur an Seelenverwandte vererben und damit die DNA weitergeben. Und das ist in unserem Fall tatsächlich passiert – die 26. Ausgabe der O‑SEE fügte sich unter dem neuen Führungstrio nahtlos an, ein Außenstehender hat den Wechsel nicht bemerkt. Ich denke sogar, dass dem Organisationsteam dieser Wechsel außerordentlich gut bekommen ist.

Das war insbesondere während der Aufbauphase, die bei uns eh Teil des Events ist und nicht nur notwendiges Übel, zu spüren – das war O‑SEE Family pur. Wer aus dem inzwischen riesigen Freundeskreis Zeit und Lust hatte, schaute vorbei, half oder ließ sich etwas einfallen, um die Stimmung bei Laune zu halten. Und abends sitzt man gemütlich zusammen. Ganz ohne Facebook, Insta & Co, nur mit den Good Vibrations. Momente, die in Erinnerung bleiben. Genauso wie die Wettkampftage selbst, der VIP‑Empfang oder die für Zittauer Verhältnisse gigantische After‑Race‑Party – alles bei bestem Sommerwetter. Mal wieder Glück gehabt bei dem inzwischen gefürchteten Wetter‑Roulette.

Nun werden die kommenden Jahre zeigen, wo die Reise konzeptionell hingeht. Welche neuen Akzente werden gesetzt? Erste kleine Veränderungen gab es bereits, hin zu einer zeitgemäßeren Ausrichtung. So wurde die Pressekonferenz am Donnerstag aufgrund der Veränderungen in der Medienlandschaft kurzerhand gecancelt. Der Einfluss von Printmedien und Sendern schwindet zunehmend, alles verlagert sich ins Netz. Auch gab es dieses Jahr nicht so viel zu berichten, und das mediale Interesse hielt sich eh immer in Grenzen. Aber mir war diese Kommunikationsplattform immer noch heilig, auch im Sinne der Ausrichtergemeinden. Aber wenn wir mal wieder eine WM ausrichten, gibt es sie vielleicht wieder.

Ebenfalls verabschiedet wurde der Team‑Sprint am Freitag. Eine kontrovers diskutierte Entscheidung… Aber auch hier war entscheidend, dass Aufwand und Nutzen bei dem Format in keinem Verhältnis standen: Keine 20 Teams verursachten enormen personellen und auch finanziellen Aufwand. Der Wegfall des Sprints entspannte die Aufbauphase am Donnerstag und Freitag enorm – aber es fehlt nun ein Opener. Der muss zukünftig wieder kommen. Nur was? Charity Run? Machen alle… Ideen?

Eine kleine Veränderung in eigener Wahrnehmung ist mir auch aufgefallen: Die berühmt‑berüchtigte O‑SEE‑Fanfare, sprich die Classic‑Rock‑Adaption der Copland‑Fanfare, wurde nur noch in homöopathischen Dosen verabreicht, stattdessen gab es einen gelungenen Musikmix bei Start und Siegerehrung. Ich kann damit gut leben, aber die Fanfare sollte als Teil des Rituals erhalten bleiben.

Nun, das waren bisher noch keine bahnbrechenden Veränderungen, und nach Jahren der Beibehaltung bewährter Abläufe steigt für die Challenge inzwischen der Druck, das Veranstaltungskonzept weiterzuentwickeln und dem Zeitgeist zu folgen. Der heißt momentan Graveln. Gelingt es der Challenge, hier vielleicht ein neues Highlight zu setzen?

Nächster Themenkomplex: Wird es auch weiterhin drei Wettkampfstrecken geben? Und wenn ja, sollte man sie mehr differenzieren? Die O‑SEE ist die einzige klassische XTERRA‑Veranstaltung, welche neben der Full Distance und der Light‑Variante mit der O‑SEE Classic noch ein „Mittelding“ anbietet. Das ist historisch gewachsen. Ich persönlich bin für die Beibehaltung der Classic‑Strecke, die MTB‑Überfahrt über den Hochwald gehört zur DNA der O‑SEE, auch wenn’s weh tut – für Athlet und Organisatoren. Aber die abschließenden 10 km Trailrun sind für die Zielgruppe der ambitionierten Mountainbiker schon abschreckend. Vielleicht verlieren wir hier Teilnehmer und vor allem Teilnehmerinnen.

Auch das ist ein Thema: Die Challenge für Frauen attraktiver machen und auch für die „älteren Semester“. Auf dem Siegerpodest sah es dieses Jahr teilweise schon echt mau aus, meistens seit Jahren bekannte Gesichter auf dem Treppchen – und die werden eben auch weniger… Aber solche Entscheidungen schlagen durch bis zum Reglement der DTU, denn immerhin richten wir Deutsche Meisterschaften auf reglementierten Distanzen gemäß Sportordnung der DTU aus.

Auch XTERRA muss überlegen, wie weiter: Das Elitefeld ist in den letzten Jahren schon etwas ausgedünnt. Die richtig Guten wandern zum Straßentriathlon ab, weil lukrativer. Nicht mal 30 Elitestarter, obwohl die Challenge als Rennen mit Gold‑Status zu den attraktiveren der Serie gehört – das war schon enttäuschend. Aber vielleicht führt die aus meiner Sicht sehr erfolgreiche Youth Tour der Elite frisches Blut zu. Das Konzept funktioniert, selbst bei O‑SEE Sports haben einige der jungen Wilden Feuer gefangen und reisen schon jetzt zu den angesagtesten XTERRA‑Events in Europa und Übersee. Und mit diesem optimistischen Ausblick blicke ich schon jetzt gespannt nach 2027.

Neuerungen: • Einführung Pfandbecher in Kooperation mit der Stadt Zittau • Eine feine neue Bühne, der Aufbau dafür ist nur noch ein Bruchteil dessen, was früher notwendig war.

Kritik- und Verbesserungswürdiges: … aber eben nicht mehr viel ????

• Die Nutzung von Tablets für die Moderation des Zieleinlaufs ging wieder schief, wir üben weiter…

• Die immer noch unbefriedigende Situation bzgl. WC und Duschen, aber an der Stelle sind wir machtlos und auf höhere Gewalt angewiesen (Text original aus 2024 und 2025 übernommen ;-)

Stichwort Teilnehmerzahl: 1.443 – insgesamt ein leichter Rückgang gegenüber 2025, nicht dramatisch, aber vorhanden. Demgegenüber stehen deutliche Zuwächse bei der Einsteigervariante O‑SEE Light am Sonntag.

Stichwort Rahmenprogramm: dieses Jahr eher weniger, aber mit den bewährten Basics:

– ein chilliger VIP‑Abend, dieses Jahr wieder mit Saxophonklängen als musikalische Untermalung

– Tanzshows von 1st RevoluZion, DashBones & Co

– Kinderbelustigungen

– Kletterturm und Biathlon

– Samstagabend das O‑SEE OPEN AIR mit DJ Paulpowerz und den Resident DJs Robin & Nico

– Beachvolleyballcup

Was es sonst noch zu berichten gab:

• Es war heiß, sehr heiß…

• Mit Lisa Hoffmann war eine neue Stimme in der Moderation dabei. Gemeinsam mit Allzweckwaffe Tom Kerner führte sie souverän durch das Event. Einschätzung aller: rundum gelungen, gern wieder. Ich glaube, Lisa sah es genauso. Also 2027 wieder?

• Ein Live‑Musik‑Duo an der Trailstrecke sorgte für beste Stimmung bei den meist schon angestrengt schauenden Läufern.

• Die Eibauer Privatbrauerei ist nun zu einem Hauptsponsor aufgestiegen. Berechtigt, da das Ganze inzwischen als Familienfest und Festival mehr als nur eine Sportveranstaltung ist.

• Für die O‑SEE Challenge wurde die zuvor stillgelegte Wegebeleuchtung am O‑SEE instand gesetzt und anschließend wieder in Betrieb genommen. 

• Der festlich geschmückte und beleuchtete Weihnachtsbaum auf der MTB‑Strecke am Hochwald erfreut sich großer Beliebtheit, schon im Vorfeld gab es viele besorgte Anfragen, ob denn der Baum noch steht. Wir werden ihn also hegen und pflegen.

• Bennos „Beißer‑Wade“ ging an Jörg Hoffmann, den unermüdlichen Mountainbiker, Tourengeher, Schrauber und inzwischen zum Rennleiter der O‑SEE „hochgedient“. Jörg ist einer, der in vielen Dingen ein gewichtiges Wort mitzureden hat – aber man merkt es kaum. In seiner ruhigen, unaufgeregten und unaufdringlichen Art trifft er sehr pragmatisch Entscheidungen oder berät andere dazu. Der bodenständige Lückendorfer ist ein feiner Oberlausitzer, bodenständig, aber gern auch über den Tellerrand schauend, unternehmungslustig und gut drauf.

Wir sehen uns wieder am 13.–15. August 2027 – im Naturpark Zittauer Gebirge – zur 27. Auflage!

Herzlichst Dr. Klaus „Benno“ Schwager – Schirmherr

Und natürlich … DANKE an alle für alles!!!

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